Glocken

Schon seit vielen Jahrhunderten erklingen Glocken vom Turm der Auferstehungskirche.


Vier Glocken hängen heute nebeneinander in einem Holzglockenstuhl. Über den Dächern Arheilgens erklingt ein vierstimmiges Geläut im ausgefüllten Mollakkord in den Tönen gis‘, h‘, cis‘‘, dis‘‘ (Hörbeispiel, externer Link).

Die Geschichte der Glocken

Aus einer Notiz über eine Brandkatastrophe in Arheilgen im Jahr 1569 erfahren wir, dass damals vier Glocken geschmolzen sind. Der nächste Hinweis auf ein Geläut stammt aus dem Jahre 1712. In diesem Jahr wurden drei neue Glocken für die Arheilger Kirche gegossen, von denen zwei noch heute vorhanden sind.

Glocke I

Der erste Guss der großen Glocke erfolgte am 24. Juni 1712 durch die Glockengießer Johann und Andreas Schneidewind aus Frankfurt. Diese Glocke zersprang im Jahr 1836 und wurde 1851 umgegossen. Diese Glocke hatte ein Gewicht von ungefähr 500 kg.

Bereits im Jahre 1917 musste diese Glocke zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Am 1. Juli 1917 wurde sie zum letzten Mal geläutet. Im September 1921 wurde als Ersatz eine neue Glocke bei Schilling in Apolda bestellt, die im Juni 1922 geliefert wurde. Sie wurde am 25. Juni zum ersten Mal geläutet. Sie war wie ihre Vorgängerin auf den Ton g‘ gestimmt und trug wie sie folgende Inschrift:

„Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid“
Weiterhin: „Den Gefallenen zum Gedächtnis, den Trauernden zum Trost“ .

Diese Glocke musste am 6. Januar 1942 wiederum zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Bei ihrer Abnahme stürzte sie von halber Höhe ab, grub sich in den Boden und blieb trotzdem unversehrt. Nach dem 2. Weltkrieg kehrte sie nicht zurück.

Die heutige große Glocke wurde am 28. Februar 1952 bei der Glockengießerei Rincker gegossen. Sie wurde am 16. März 1952 zum ersten Mal geläutet.
Sie trägt folgende Inschriften:

„Christus spricht: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“
„Den Gefallenen zum Gedächtnis, den Trauernden zum Trost“

Der Durchmesser der Glocke beträgt 95 cm, das Gewicht 496 Kg. Sie ist auf den Ton gis‘ gestimmt.

Glocke II

Die zweite Glocke wurde ebenfalls am 24. Juni 1712 durch die Glockengießer Johann und Andreas Schneidewind aus Frankfurt gegossen. Sie musste 1942, wenige Tage nach ihrer größeren Schwester, ebenfalls zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Nach dem Krieg wurde sie 1946 auf dem Hamburger Glockenfriedhof wiedergefunden und am 28. August 1947 erneut eingeholt. Da sie, wahrscheinlich auf dem Transport, gelitten hatte, zersprang sie im Frühjahr 1949.

Glücklicherweise konnte sie so gut geschweißt werden, dass sich ihr Ton nicht veränderte.
Die II. Glocke trägt folgende Inschriften:

Am Hals: DEN 24. IVNY GOS MICH lOH. V. ANDREAS SCHNEIDEWIND IN FFVRT VOR DIE GEMEIND ARHEYLGEN DA lOH. GEORG NEVPERT PFAR lOH. PHIL. KRAFFT CENTGR. lOH. NICOL. SCHNAVBER SCHVLT. lOH. MICH. WESP lOH. NICOL. MVHLER BEYDE BVRGERM WAREN
Am unteren Rand: ALLERHEYLGEN WIRD DER ORT VON ALTRES HER GENANNT KEIN DIENST DER HEYLIGEN IST DOCH ALLHIER BEKANNT. NEIN: MAN RVFT NVR IN SEINER ANGST VND NOT VMB GNAD VND HYLF ZV DEM DREY EINIGEN GOTT

Die Glocke hat einen Durchmesser von 81 cm, wiegt 310 kg und ist auf den Ton h‘ gestimmt.

Glocke III

Im Jahre 1949 entstand die Idee zur musikalischen Abrundung des Geläuts eine zusätzliche, kleinere Glocke anzuschaffen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt Darmstadt unter Wahrung ihrer damaligen Unterhaltsverpflichtungen für die große und die kleine Glocke des Geläuts bereits beschlossen, die Kosten für den Guss der noch fehlenden großen Glocke zu übernehmen. 1951 beschloss der Kirchenvorstand endgültig, diese zusätzliche Glocke bei der Glockengießerei Rincker zu bestellen. Sie wurde am 28. Februar 1952 in Sinn gegossen und am 16. März des gleichen Jahres zum ersten Mal geläutet.
Sie trägt die Inschrift:

„Lobe den Herrn meine Seele und was in mir ist seinen heiligen Namen“

Die Glocke hat einen Durchmesser von 71 cm, wiegt 198 Kg und ist auf den Ton cis“ gestimmt.

Glocke IV

Die IV. Glocke wurde wie die II. Glocke am 24. Juni 1712 durch die Glockengießer Johann und Andreas Schneidewind aus Frankfurt gegossen.

Sie trägt folgende Inschriften:

Am Hals: „ANNO 1712 D. 24. IVNY GOS MICH lOH: V: ANDREAS SCHNEIDEWIND FFVRT“
Am unteren Rand: „WANN DVRCH DER GLOCKEN KLANG DER HERR EVCH RVFEN LASST 0 SO VERWEILT NICHT * KOMBT GELADNER GAST * ES MOCHT SONST EVER TROTZ BEY IMME ZORN ERWECKEN * KEINER HIER SOLL MEINE MAHLZEIT SCHMECKEN‘

Die Glocke hat einen Durchmesser von 68 cm, wiegt 175 kg und ist auf den Ton dis“ gestimmt.